Der Odenwald – vom Main zum Neckar 9

Den höchsten Punkt der Altstadt nimmt das ehern. Karmeliterkloster mit der Kirche Mariä Verkündigung ein. Gründung und Baubeginn der Klosterkirche (heute kath. Pfarrkirche) ver¬mutet man schon wenige Jahre vor der Klostergründung 1404, denn bereits 1406 wurde die Kirche geweiht, und 1411 war sie sicher vollendet. Im 19. Jh. stark verfallen, bedurfte sie einer grundlegenden Erneuerung, die Max Meckel 1887-92 vornahm. Sie weist ein einschiffiges flachgedecktes Langhaus, ein kreuzgewölbtes rechteckiges Vorchorjoch und einen netzge¬wölbten Chor auf. Bauleiter, möglicherweise auch Entwerfer, war der Steinmetz Heinrich Isenmenger aus Wimpfen. Einer Erneuerung der baulichen Ausstattung gehört die 1908/09 nochmals grundlegend erneuerte Westempore an, bei der Teile eines älteren Lettners samt einer geschwungenen offenen Wendeltreppe wiederverwendet wurden. Ferner entstand 1618 die steinerne Kanzel mit gewundenem Fuß und Wendeltreppenaufgang; für sie kragte man die Arkade zum Vorchorjoch auf einer Renaissancekonsole ab und höhlte im Mauerpfeiler eine Muschelnische aus. Den östlichen Triumphbogen schmückt ein Verkündigungsbild aus der Bauzeit der Kirche, gemalt im Weichen Stil des frühen 15. Jh.; die Nordwand ziert eine gemalte Kreuzigungsdarstellung mit Maria und Johannes als Trauernden, an der Südwand entdecken wir den überlebensgroßen Christophorus. Der historistische Hochaltar im gotisierenden Stil (Georg Busch, 1910) birgt eine spätgotische Mondsichelmadonna (um 1510). Die St. Annen- kapelle wurde 1513/14 auf der Südseite angebaut, die Rankenbemalung ihres spätgotischen Netzgewölbes erneuerte man 1929 nach erhaltenen Resten. Von der Nutzung der Kirche als herrschaftliche Grabstätte zeugt das spätgotische Doppelgrabmal des Melchior von Hirsch¬horn (eigentlich Deckplatte einer Tumba) und seiner Gemahlin Kunigunde von Oberstein. Die Orgel entstammt der Mitte des 18. Jh. – Das Karmeliterkloster wurde mit dem Übergang Hirschhorns an Hessen aufgehoben. 1778 baute man es um, nur der heute als kath. Pfarrhaus genutzte Flügel ist erhalten geblieben, innen mit Malereien der Renaissancezeit.
Die Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis entstand 1629/30 für die lutherische Gemeinde, die jedoch bald nach der Errichtung aufgehoben wurde. 1730-32 wurde das nach¬gotische Bauwerk für die katholische Gemeinde mit barocken Altären und Orgel ausgestattet; die reliefgeschmückte Steinkanzel des Ursprungsbaues mit Evangelistendarstellungen am Treppenaufgang mußte man nur renovieren. – Das Stadtbild des an den Hang des Neckartales gedrückten Ortes – bis vor wenigen Jahren reichte der Neckar fast an die Stadtmauer heran, die besonders talseitig die Stadt noch vollständig einfaßt – ist besonders malerisch und den bedeutendsten Städtchen an Rhein und Mosel ebenbürtig. In der Hauptstraße stehen mehrere mittelalterliche Stein- und Fachwerkhäuser. Teils reichen die Häuser ins späte Mittelalter zurück wie das Steinhaus Hauptstr. 60 mit Buckelquadern an den Ecken, etwa gleich altem Fachwerkäufbau sowie einer Portalerneuerung von 1584 und das Fachwerkhaus Hauptstr. 48 mit einem jüngeren massiven Sockelgeschoß (1602), teils sind es eindrucksvolle Renaissance¬bauten wie Hauptstr. 46 (1608) aus Fachwerk und das breite auffällige Eckhaus mit einem poly¬gonalen Erker auf einer Engelskonsole sowie steinernen Kellerfensterschiebeläden an der Seitenfront zum Hang.

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